Die gegenwärtigen Prognosen zum Klimawandel deuten auf eine deutliche Veränderung der Niederschlagsverteilung hin. Konkret wird unter anderem Zunahme der Starkregenereignisse
erwartet. Diese Annahme hat sich nach Auswertung der Regendaten der letzten Jahre bestätigt. Bei Starkregen fallen große Regenmengen innerhalb kurzer Zeit – meist während eines
Gewitterereignisses. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterscheidet folgende Starkregen-Stufen
Starkregen 15-25 l/m² in 1 Stunde oder 20-35 l/m² in 6 Stunden
Heftiger Starkregen 25-40 l/m² in 1 Stunde oder 35-60 l/m² in 6 Stunden
Extrem heftiger Starkregen > 40 l/m² in 1 Stunde oder > 60 l/m² in 6 Stunden
Es sind aber auch deutlich größere Mengen möglich: Bei dem Starkregenereignis in Wuppertal am 29 Mai 2018 fielen 100 l/m² innerhalb von 1,5 Stunden – zu welchen Schäden solche Wassermassen führen können, hat das damals in vielen Medien veröffentlichte Foto des zusammengestürzten Dachs einer Tankstelle eindrucksvoll bewiesen. Es geht aber auch noch mehr:
Am 28. Juli 2014 fielen in Münster über 292 l/m² innerhalb von 7 Stunden. Es war eines der stärksten Regenereignisse in Deutschland mit entsprechend katastrophalen Folgen für das Stadtgebiet. Schon bei deutlich geringeren Regenmengen kommt es in aller Regel zu Überflutungen, da der Boden und auch die Kanalisation diese Wassermengen innerhalb der kurzen Zeiträume nicht aufnehmen bzw. ableiten kann. Die Kanalisation ist für solche Regenmengen nach den geltenden Regelungen (z.B. DIN EN 752) nicht ausgelegt. Sie kann aus technischen auch nicht für solche Ereignisse um- oder nachgerüstet werden – schon gar nicht am Niederrhein, wo das Wasser aufgrund des geringen Gefälles ohnehin nur träge (ab)fließt.
Was also kann bzw. was sollte man tun?
1. Das eigene Grundstück möglichst wenig versiegeln (oder auch wieder entsiegeln) und damit eine Versickerung des Regenwassers fördern. Auf folgenden Internetseiten finden sich
zahlreiche Tipps und Broschüren zu den Themen Entsiegelung, Regenwasser und Boden:
Umweltbundesamt (UBA): Regenwassernutzung
Umweltbundesamt (UBA): Broschüre „Boden schützen leicht gemacht“
Stadtentwässerungsbetriebe Köln: Mehr Grün für ein besseres Klima in Köln
2. Eine Elementarschadenversicherung abschließen. Starkregen- und Hochwasserschäden sind in der Regel nicht durch die übliche Gebäude- oder Hausratversicherung abgedeckt. Es haben auch nur relativ wenige Haushalte bislang eine zusätzliche Elementarschadenversicherung abgeschlossen, obwohl die Kosten in der Regel gering sind. Detaillierte Informationen finden sich auf der Seite des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
3. Eigene Vorsorgemaßnahmen treffen – besonders Kellerfenster, ebenerdige Türen / Fenster und Tiefgaragen sind selbst bei geringen Wasserständen massiv gefährdet. Deshalb sollte man mögliche Gefahrenpunkte am Haus / an der Wohnung genau betrachten und geeignete Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Einen guten Überblick über Starkregengefahren und sinnvolle Schutzmaßnahmen geben folgende Veröffentlichungen:
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) „Leitfaden Starkregen –Objektschutz und bauliche Vorsorge“
Stadtentwässerungsbetriebe Köln
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