Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März betont Ute Straeten, frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN und Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus, dass der Kampf um Gleichberechtigung weit über formale Quoten hinausgeht. Es geht um die Rückeroberung der Sprache als Machtinstrument und die darausresultierenden ökonomischen Konsequenzen.
„Sprache ist kein neutrales Abbild der Welt, sie ist ein Werkzeug der Gestaltung“, erklärt Ute Straeten: „Wenn wir in der Wirtschaftswelt von ‚Unternehmern‘, ‚Experten‘ oder ‚Nachfolgern‘ sprechen, erzeugen wir unbewusste Bilder, die Frauen systematisch unsichtbar machen. Was wir nicht benennen, das fördern wir auch nicht.“
Für Ute Straeten ist eine geschlechtergerechte Sprache daher weit mehr als ein grammatikalisches Detail: Sie ist eine Form der Präzision und der Machtausübung. „Wir Frauen müssen lernen, Sprache aktiv als Machtmittel für uns zu nutzen. Wer den Diskurs bestimmt, bestimmt auch die Verteilung von Ressourcen. Wenn wir uns selbstbewusst Gehör verschaffen und Räume sprachlich besetzen, fordern wir unseren rechtmäßigen Platz am Verhandlungstisch ein.“
In ihrer Funktion als Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses warnt Ute Straetenvor den Folgen einer ignoranten Standortpolitik:
- Innovationsverlust: Eine Wirtschaft, die nur eine Hälfte der Bevölkerung anspricht, denkt auch nur zur Hälfte mit. Das können wir uns im globalen Wettbewerb nicht leisten.
- Fachkräftemangel: Wer Frauen sprachlich und strukturell an den Rand drängt, verliert wertvolle Expertise. Gleichberechtigung ist der wirksamste Hebel gegen den Fachkräftemangel.
- Kapitalfehlleitung: Studien zeigen, dass Start-ups von Frauen deutlich seltener finanziert werden. Das liegt auch an einer Sprache der Finanzwelt, die männlich konnotiert ist und weibliche Geschäftsmodelle oft als „Nische“ abtut.
„Gleichberechtigung ist keine soziale Wohltat, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Wer die Potenziale aller Geschlechter missachtet, riskiert die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes Kempen.“
Die Grünen in Kempen setzen sich daher für eine Wirtschaftsförderung ein, die Diversität als Erfolgskriterium begreift. Dazu gehören:
- Sichtbarkeit von Unternehmerinnen: Frauen in Führungspositionen und als Gründerinnen müssen aktiv benannt und gefördert werden.
- Strukturelle Unterstützung: Infrastrukturmaßnahmen, die die unbezahlte Sorgearbeit (Care-Arbeit) entlasten, um echte wirtschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
- Sprachliche Souveränität: Förderung von Netzwerken, in denen Frauen lernen, ihre Stimme und ihre Sprache als Werkzeuge für Führung und Erfolg einzusetzen.
„Es ist Zeit, dass wir die Macht der Worte nutzen, um die Macht der Fakten zu ändern“, so Ute Straeten abschließend.
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